Zahlen zeigen, was Menschen und Region bewegt.
Pioniergeist
Am Anfang die Privatinitiative
Man muss sich das kurz vorstellen: 1900 ist Elektrizität in der Schweiz noch selten – und im Oberwallis erst recht. Trotzdem sagt eine Handvoll Menschen: Wir machen das jetzt. Nicht später. Nicht irgendwann. Jetzt.
150‘000 Franken – oder: wie man Zukunft finanziert
Das Startkapital: 150’000 Franken. Ein Teil kommt von der Simplontunnel-Gesellschaft, ein Teil von Brig und Naters.
Der Rest? Muss erst einmal zusammengebracht werden – von privaten Geldgebern, die an diese neue Zeit glauben. Am Ende halten Private 60%, die öffentliche Hand und die Tunnelgesellschaft den Rest. Ein Modell, das die EnBAG bis heute prägt: regional getragen, gemischt finanziert, auf Verantwortung gebaut.
Aus dem kleinen Kraftwerk Kelchbach wird etwas, das über Brig und Naters hinaus wächst.

Transformatorenstation «Judengasse» in Naters
Der Moment, in dem es plötzlich hell wird
Am 15. Juli 1900 brennen in Brig und Naters erstmals 790 Glühbirnen. Und bis Ende Jahr sind es 945 Lampen.
Licht in Wohnungen. Licht in Wirtschaften. Licht auf der Strasse. Es ist mehr als Technik – es ist ein neues Gefühl von Alltag. Die Energie dafür liefert das Kraftwerk Kelchbach – die erste Anlage des EWBN. Am Natischer Berg gebaut, bringt sie erstmals elektrische Energie in die Region – und macht Strom sichtbar. Über Jahrzehnte hinweg bleibt sie das Rückgrat dieser frühen Versorgung.
Nicht alle waren schon überzeugt
Die ersten Jahre sind kein Spaziergang: zu wenig Kunden, zu wenig Geld, Misstrauen gegenüber der neuen Energie.
Und trotzdem wächst das Netz – Schritt für Schritt, pragmatisch, mit dem Blick auf das, was funktioniert. Dann: 1941–1942 entsteht das Kraftwerk Ganterbach–Saltina – gebaut in weniger als einem Jahr. Strom aus der Region für die Menschen vor Ort, genau dann, wenn er gebraucht wird.

Der erste gewerbliche Kunde des EWBN, die Druckerei Tscherrig
Der Sprung zur Region:
Östlich Raron
Irgendwann reicht es nicht mehr, nur «sein» Gebiet zu versorgen. Versorgung wird zur Regionalfrage: solidarisch, stabil, bezahlbar – für Berg und Tal. Das EWBN beginnt, sein Versorgungsgebiet konsequent zu erweitern.
Eine Idee, die zusammenbringt
In den frühen 1990er-Jahren starten die Verhandlungen für Östlich Raron. Nicht als schneller Deal, sondern als Konzept: eine gemeinsame Energiepolitik statt viele Einzellösungen.
Rolf Escher und der Mut zur regionalen Logik
Die Verhandlungen werden (u.?a.) von Rolf Escher geführt – mit dem Ziel, die Zusammenarbeit auf eine neue, verbindliche Basis zu stellen.
Zwei Daten, die alles ändern
Am 23. Juni 1995 wird eine umfassende Zusammenarbeits-Vereinbarung unterzeichnet. Und am 1. Oktober 1996 übernimmt das EWBN das Stromverteilnetz im Bezirk Östlich Raron (mit Ausnahmen). Plötzlich wird aus «Versorgung» ein regionales System.
…für Berg und Tal, Weiler, Dorf und Stadt zu den gleichen Bedingungen.
Jakob Peter - Herr Lonza-Direktor
Ein herausragender Pionier: er prägt das EWBN von Beginn an. Als Verwaltungsratspräsident wirkt er von 1907 bis 1952 gradlinig, durchsetzungsstark und manchmal autokratisch.
Und er besitzt eines der ersten Automobile im Oberwallis: Die Kinder werden chauffiert, der «Herr Direktor» fährt nicht selber. Eine Anekdote – und gleichzeitig ein Sinnbild für diese Zeit: wer vorne sein will, muss sich bewegen.
Das Goms wird Teil der Geschichte
Die Region wächst weiter – bis ins Goms
Nach Brig und Östlich Raron folgt der nächste Schritt: 2004 übernimmt das EWBN die Versorgung von Gemeinden in der Region Goms. Damit wird aus dem regionalen Versorger endgültig das, was heute im Namen steht: Brig – Aletsch – Goms.
Dezember 2004: Bellwald und Teile vom Goms
Mit der revidierten Zusammenarbeits-Vereinbarung (17. Dezember 2004) werden Bellwald sowie Teile der heutigen Gemeinde Goms integriert und gehören seither zum EnBAG-Versorgungsgebiet.
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