Verantwortung im Fokus
Lagebericht
Klarheit, Umsetzung, Wirkung - 2025 verankert die EnBAG ihre Strategie im Alltag, stärkt Kundennähe, sichert Stabilität und erzielt solide Resultate für die Region.
Wirtschaftliche Entwicklung
Das Geschäftsjahr 2025 war für die EnBAG geprägt vom Übergang der verabschiedeten Strategie 2025–2029 in die konsequente Umsetzung. Damit werden die im Vorjahr definierten Prioritäten – Digitalisierung der Kernprozesse, Stärkung der Winterenergie durch Photovoltaik und Ausbau der energienahen Dienstleistungen – Schritt für Schritt operativ verankert. Übergreifend dazu richtet die EnBAG ihre Prozesse und Dienstleistungen zunehmend konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kund:innen aus, um Mehrwert entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen.
Diese Umsetzung ist zentral, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit der EnBAG in einem dynamischen Energiemarkt sichert und den Wertbeitrag in Vertrieb, Energie und Netz nachhaltig erhöht. Der Gesamtertrag der EnBAG-Gruppe sank im Geschäftsjahr 2025 von CHF 76.0 Mio. um 21.3% auf CHF 59.8 Mio. Das Resultat wurde um 2.9% gegenüber der Planung übertroffen. Der Gewinn lag CHF 0.1 Mio. unter Budget. Zum positiven Ergebnis trugen insbesondere ein starker Absatz dank guter Prognosequalität und eine stabil geführte Energiewirtschaft bei.
Nachhaltige Erträge sind die Grundlage, um künftige Herausforderungen zu meistern und gezielt zu investieren. So bleibt die EnBAG handlungsfähig und kann regionale Versorgungssicherheit, Servicequalität und Wirtschaftlichkeit langfristig sichern.
Die Dividende wird gemäss Aktionärsstruktur je zur Hälfte an die Gemeinden und die privaten Aktionäre ausgeschüttet; rund CHF 120’000 fliessen somit an Privataktionäre. Der überwiegende Teil des Jahresgewinns verbleibt im Unternehmen und stärkt die Fähigkeit, nachhaltig in die Zukunft der regionalen Energieversorgung zu investieren.
Personelles
Im Verwaltungsrat kam es 2025 zu einem Wech-sel: Armin Zeiter, ehemaliger Gemeindepräsident von Grengiols und Vertreter der Gemeinden des Bezirks Östlich Raron, trat nach acht Jahren aus dem Gremium aus. Alban Albrecht, Gemeindepräsident von Mörel-Filet, wurde als Nachfolger neu in den Verwaltungsrat gewählt. Zudem ernannte der Verwaltungsrat Gilles Russi zum Leiter Netz und Mitglied der Geschäftsleitung mit Eintritt per 1.?Januar 2026 – eine ausgewiesene Fachperson mit beinahe zwanzigjähriger Branchenerfahrung bei der BKW.
Per 31. Dezember 2025 beschäftigte die EnBAG 62 Mitarbeitende, darunter 1 Quereinsteiger in Ausbildung und 3 Lernende. Dies entspricht insgesamt 59.1 Vollzeitäquivalenten VZÄ. Trotz Fachkräftemangel konnte die personelle Basis weiter gestärkt werden. Besonders erfreulich: Mit Kaya Schmid bildet die EnBAG die erste Netzelektrikerin im Oberwallis aus – ein Beruf, der bisher nahezu ausschliesslich von Männern ausgeübt wird.
Harmonisierte Sommerstromtarife ab 2026
Ein Schritt in die Energiezukunft: Ab Januar 2026 harmonisiert die EnBAG im Sommer die Tag- und Nachtpreise, um Marktsignale fair abzubilden, und führt insgesamt einfachere und transparentere Stromtarife ein. Für Haushalte/Gewerbe in der Grundversorgung sinken die Strompreise im Durchschnitt um 1.6% auf 28.52 Rp./kWh (H4, exkl. MwSt.); der Energiepreis geht um 8.2% zurück, während die Netznutzungskosten um +5.8% steigen (u.?a. wegen steigenden Leistungspreisen von Swissgrid/Valgrid und zusätzlichen regulatorischen Anforderungen; ab 2026 erfolgt eine separate Messpreis-Ausweisung). Die Gemeindeabgaben erhöhen sich leicht um 0.05 Rp./kWh.
John Sieber
CEO
«Führung heisst für mich: Klarheit schaffen, damit Teams mutig handeln können - gerade dann, wenn die Energiebranche sich schneller verändert als je zuvor.»
Führung in einer Energiebranche im Umbruch – Klarheit und Prioritäten setzen
2025 war für CEO John Sieber ein Jahr, in dem sich die strategischen Weichenstellungen der Vorjahre erstmals deutlich im operativen Alltag zeigten. Die Umsetzung der neuen Organisation, die Einführung digitaler Abrechnungsmodelle wie vZEV und LEG sowie die steigenden Anforderungen an das Verteilnetz verlangten nach einer klaren Linie – und genau diese Klarheit prägt seine Führung.
Für John Sieber steht im Zentrum, Komplexität zu reduzieren und Teams zu befähigen, schnell und wirkungsvoll zu handeln. Die Vielfalt neuer Themen – von dynamischen Tarifen über Flexibilitäten bis zu marktseitigen Veränderungen – verlangt nicht nur operative Exzellenz, sondern auch die Fähigkeit, Prioritäten konsequent zu setzen. Er schafft Orientierung, indem er Entscheidungen transparent macht und auf bereichsübergreifende Zusammenarbeit setzt.
Gleichzeitig treibt er die Weiterentwicklung der Energiewirtschaft voran: Daten, Prognosen und Marktmechanismen sind für ihn kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge, um Versorgungssicherheit, Preisfairness und Kundenorientierung nachhaltig zu verbessern.
Milestones & Ereignisse 2025
Start der Strategieumsetzung
Im Februar 2025 startete die EnBAG die operative Umsetzung der Strategie 2025–2029. Ziel war eine Organisation, die zukünftige technologische, regulatorische und regionale Entwicklungen wirksam gestalten kann. Mit der neuen Struktur wurden die Geschäftsfelder Strom, Netz sowie Wärme/Kälte geschärft und die Bereiche Vertrieb, Energie und Finanzen klar ausgerichtet.
Ein zentrales Element war die stärkere Fokussierung auf Kund:innen und Gemeinden. Funktionen mit direktem Markt- und Kundenkontakt wurden im Vertrieb zusammengeführt; gleichzeitig wurde die Digitalisierung im Netz verankert, sodass Daten, Systeme und Prozesse gebündelt und die Steuerungsfähigkeit verbessert werden. Die neue Aufbauorganisation schafft klare Verantwortlichkeiten und stärkt eine effiziente, transparente und wirkungsorientierte Organisationsführung.
Die Strategieumsetzung erfolgt zudem im Kontext der laufenden Arbeiten zur Eignerstrategie im Rahmen des Projekts «EWBN-/EnBAG-Struktur», das von einer Arbeitsgruppe geführt wird. Grundlage bildet die Zusammenarbeits-Vereinbarung (ZAV), welche als Aktionärsbindungsvertrag das Verhältnis zwischen der EnBAG-Gruppe und den 14 Vertragsgemeinden regelt. Im Zentrum steht unter anderem die Frage, ob Brig-Glis und Naters als Ankeraktionäre künftig eine Mehrheit an den Aktien der EWBN anstreben möchten.
Vor diesem Hintergrund wurden zentrale Governance- und Strukturfragen konkretisiert, zu denen sich die beiden Gemeinden positionieren sollen. Dabei geht es um die künftige Form und Regelmässigkeit der Information der Gemeinderäte zum Projekt «EWBN-/EnBAG-Struktur», um die Weiterführung der bestehenden Zusammenarbeit mit der KW Stockalper AG, um die Organisation und Trägerschaft bestehender und zukünftiger Wärme/Kälte-Projekte sowie um die Rolle der Gemeinden Brig-Glis und Naters als mögliche Träger von Investitionen in die hochalpinen Photovoltaikprojekte Rosswald-Solar und Belalp-Solar. Zudem stellt sich die Frage, wie strukturelle Entwicklungen wie Gemeindefusionen, Konsolidierungen oder eine mögliche Mehrheitsbeteiligung der Gemeinden an der EWBN künftig in der Governance, den Statuten und der Zusammensetzung des Verwaltungsrats abzubilden sind.
Ziel ist es, die strategischen und organisatorischen Rahmenbedingungen der EnBAG frühzeitig und gemeinsam mit den Gemeinden weiterzuentwickeln und so langfristige Handlungsspielräume sowie eine stabile regionale Verankerung zu sichern.
EnBAG macht Stromteilen zum Standard von morgen
Mit Inkrafttreten des ersten Teils des Mantelerlasses per 1. Januar 2025 wurde der virtuelle Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) gesetzlich ermöglicht. Seit Januar 2026 erweitert das neue Stromversorgungsgesetz den Handlungsspielraum der Kund:innen zusätzlich um Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Beide Modelle fördern die lokale Nutzung von Solarstrom und schaffen für die Kund:innen wirtschaftliche Anreize durch reduzierte Netznutzungsentgelte.
Die gesetzliche Pflicht aller EVU besteht darin, vZEV sowie LEG technisch zu ermöglichen. Die EnBAG geht jedoch deutlich weiter: Sie bietet eine eigene, vollintegrierte Abrechnungsdienstleistung, die Kund:innen eine einfache, transparente und verursachergerechte Aufteilung des gemeinsam genutzten Solarstroms ermöglicht. Diese Dienstleistung ist ein wesentlicher Teil des Anspruchs von EnBAG, einen Mehrwert und Beitrag zur Energiewende in der Region zu schaffen.
Bei den LEG-Modellen konnte die EnBAG als eines der ersten EVU im Oberwallis bereits im dritten Quartal 2025 die erste Abrechnung erfolgreich durchführen. Damit unterstreicht die EnBAG den strategischen Anspruch, neue Dienstleistungen frühzeitig und verantwortungsvoll zu erproben und umzusetzen – insbesondere dort, wo sie den Kund:innen echten Mehrwert bieten und der strategischen Haltung von EnBAG als «early majority» (bewusst frühe Anwenderin) entsprechen.
Wie Brigerberg & Santa Rita mit vZEV lokale Energie neu denken
Ein beispielhafter Meilenstein ist das vZEV-Projekt zwischen der Residenz Brigerberg und dem Alters- und Pflegeheim Santa Rita in Ried-Brig. Dank der von der EnBAG bereitgestellten Abrechnungsdienstleistung kann lokal produzierter Solarstrom gemeinschaftlich genutzt, präzise verteilt und vollautomatisch abgerechnet werden. Inzwischen haben sich bereits 19 weitere vZEV-Konstellationen für diese Dienstleistung entschieden – ein deutliches Zeichen für den hohen Bedarf und den Kundennutzen.
Das Modell senkt Kosten für Kund:innen und fördert die Produktion durch erneuerbare Energien und zeigt, wie die Energiewende kundennah, digital und pragmatisch umgesetzt werden kann.
Prozesslandkarte
2025 erarbeitete die EnBAG die übergeordnete Prozesslandkarte, die nun im operativen Alltag eingesetzt wird. Sie schafft einheitliche Standards, erhöht Transparenz und Messbarkeit und bildet die Grundlage für Automatisierung entlang der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig reduziert sie Schnittstellenverluste und beschleunigt den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Das Ergebnis sind stabile und effiziente Abläufe, die die Organisation nachhaltig stärken.
Zielnetzplanung
Die Anforderungen an eine sichere und nachhaltig stabile Stromversorgung steigen rasant – getrieben durch den starken Zubau dezentraler Produktion, den zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen, das deutliche Wachstum in der Elektromobilität und neuen Speichersystemen. Diese Entwicklungen führen zu deutlich höheren Leistungsspitzen, die langfristig die Dimensionierung und Kosten der Netze prägen. Daher überarbeitete die EnBAG ihre Zielnetzplanung 2050, nachdem aktuelle Daten zeigen, dass der Ausbau erneuerbarer Energien erheblich schneller verläuft als in der Planung von 2017/18 angenommen. Im Projekt werden Last- und Einspeiseprognosen für 2050 in Szenarien simuliert. Auf dieser Basis werden das Zielnetz definiert und die notwendigen Umsetzungsschritte für ein sicheres, leistungsfähiges und effizientes Verteilnetz abgeleitet, welches auch den künftigen Anforderungen entspricht.
Extremer Schneefall im April
Mitte April wurden Teile des Wallis von aussergewöhnlich starken Schneefällen getroffen, die innert weniger Stunden zu erheblichen Schäden führten. An zahlreichen Stellen knickten unter der schweren Schneelast zahlreiche Bäume auf Freileitungen, wodurch es zu mehreren Stromunterbrüchen kam. Gleichzeitig verschärften gesperrte Verkehrswege und die stark erhöhte Lawinengefahr die Situation zusätzlich.
Trotz dieser anspruchsvollen Rahmenbedingungen stand das Netzteam unermüdlich im Einsatz. Unter teils schwierigen Wetter- und Geländeverhältnissen gelang es ihm, die beschädigten Leitungen zu lokalisieren, provisorisch zu sichern und fortlaufend wieder in Stand zu setzen. Parallel dazu informierte die EnBAG die Bevölkerung laufend über den aktuellen Netzzustand – als Teil einer transparenten und kundenorientierten Kommunikation in dieser aussergewöhnlichen Situation.
Standardisierung des Kundenakquise-Prozesses
Die EnBAG verfolgt das Ziel, energienahe Dienstleistungen systematisch voranzutreiben. Ein zentraler Schritt war 2025 der Abschluss eines Vertrags mit dem Kanton Wallis für die Verantwortung der Betriebsführung der neuen Wärmezentrale «Klostermatte» in Brig ab 2026. Diese Dienstleistung im Geschäftsfeld Wärme/Kälte stärkt die Rolle der
EnBAG als regionale Energiedienstleisterin.
Im September wurde an der Präsidentenkonferenz das Konzept «Alles aus einer Hand» vorgestellt, das den Gemeinden das breite Dienstleistungsangebot der EnBAG entlang der gesamten Energie-Wertschöpfungskette aufzeigt. Das Konzept positioniert die EnBAG als Partnerin, die vom Netzanschluss über Energielieferung bis zu Wärme/Kälte, öffentlicher Beleuchtung, lokaler Stromvermarktung und digitalen Lösungen umfassende Unterstützung bietet. Damit wird der Akquise-Prozess für Dienstleistungen an Gemeinden aktiv vorangetrieben, mit dem Ziel, die regionale Zusammenarbeit mit den Gemeinden als Partnerinnen weiter zu stärken.
125 Jahre EnBAG – Jubiläumsaktivitäten
Im September feierte die EnBAG gemeinsam mit der Bevölkerung 125 Jahre. Der Tag der offenen Tür bot einen unmittelbaren Einblick in den Alltag und zeigte, wie viel Erfahrung, regionale Verbundenheit und Pioniergeist in der EnBAG steckt. Gleichzeitig war das Jubiläum ein Moment der Wertschätzung: für Menschen, die die Firma geprägt haben, und für jene, die heute die Energiezukunft des Oberwallis mitgestalten. Die Geschichte, Werte und Vision der EnBAG wurden an diesem Tag spürbar. Die schönsten Eindrücke sind im Jubiläumsmagazin festgehalten.
Arbeitgeberattraktivität
Der Verwaltungsrat verabschiedete 2025 ein umfassendes Massnahmenpaket, das moderne Arbeitsformen, Weiterentwicklung, Gesundheit und eine wertschätzende Unternehmenskultur stärkt. Damit schafft die EnBAG ein Umfeld, in dem Menschen gerne arbeiten und sich weiterentwickeln können. Ein Bestandteil dieser Weiterentwicklung ist auch die Erarbeitung einer neuen Lohnsystematik.
Die Initiative stärkt den Auftritt der EnBAG als verlässliche und attraktive Arbeitgeberin der Region und wird ab 2026 schrittweise umgesetzt.
Eingabe Baugesuch Rosswald-Solar
Nach der erfolgreichen Zustimmung der Standortgemeinde und der Grundeigentümer wurde im Berichtsjahr die nächste Projektetappe eingeläutet. Das eingereichte und publizierte Baugesuch befindet sich nun zur Prüfung bei der kantonalen Baukommission sowie beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI). Für beide Bewilligungsverfahren wird eine Entscheidung im zweiten Quartal 2026 erwartet. Parallel dazu laufen technische Abklärungen und Tests, deren Resultate ebenfalls im zweiten Quartal 2026 vorliegen sollen. In einem weiteren Schritt erfolgen die Ausgestaltung der Energievermarktung sowie die Beantragung der Bundesfördergelder.
Grossbatteriespeicher Region Brig-Glis/Naters
2025 prüfte die EnBAG in einer Machbarkeitsanalyse den Einsatz eines Grossbatteriespeichers. Nach positiver Bewertung und einer Standortevaluation entschied der Verwaltungsrat im November 2025, die Planung eines Systems am Kiesweg in Naters weiterzuführen. Je nach Verlauf des Bewilligungsverfahrens könnten erste Bautätigkeiten 2026 möglich werden; die Inbetriebnahme wird für 2027 angestrebt. Der Speicher soll im Rahmen eines Multimarket-Ansatzes flexibel eingesetzt werden.
Batteriespeicher und Energiemanagement am Standort
Am eigenen Standort zeigt die EnBAG, wie Photovoltaik, E-Mobilität, Speicher und Gebäudetechnik mit einem klugen Energiemanagementsystem zusammenspielen: Lastverschiebung, Spitzenreduktion, optimaler Einsatz der PV-Produktion – als eigener Use Case für integrierte Lösungen.
Risikobeurteilung
Die EnBAG führte auch 2025 eine umfassende Risikobeurteilung über alle Geschäftsfelder durch. Bestehende Risiken wurden unter veränderten Rahmenbedingungen aktualisiert; zusätzliche Risiken identifiziert und Massnahmen zur Wahrscheinlichkeitsreduktion sowie Kostenbegrenzung festgelegt.
Weiterhin hoch bleibt das Risiko fristgerechter Realisierung hochalpiner Solarprojekte zur Steigerung der Winterenergie. Zusätzlich hat sich das Risiko rund um den Versicherungsschutz von Infrastrukturanlagen durch die zunehmenden Unwetterereignisse erhöht. Die EnBAG wird künftig das Risikomanagement systematisch, prozessorientiert und datenbasiert weiterentwickeln. So wird Risikosteuerung enger mit Strategie und Investitionsentscheiden verzahnt.
Fokus Ziele 2026 – Ausblick
Für das Jahr 2026 hat sich die EnBAG ambitionierte Ziele gesetzt: Auf Gruppenstufe soll ein EBIT von CHF 5.4 Mio. erreicht werden – ein zentraler finanzieller Eckpfeiler für die weitere Umsetzung der Strategie. Im Bereich Digitalisierung steht die integrierte Energieoptimierung im Fokus: Die EnBAG plant, ab 2026 den flexibel steuerbaren Stromverbrauch von Grosskunden zu bündeln und als neue Flexibilitätsleistung am Markt anzubieten. Ein Pilotprojekt dient der Vorbereitung einer ersten Vermarktung bis Ende Juni 2026. Parallel dazu startet bis Ende März der Pilot für dynamische Strompreise, welcher wichtige Erkenntnisse für künftige Preismodelle liefern soll.
Im Geschäftsfeld Strom wird das neue Produktportfolio finalisiert mit einer Markteinführung ab Januar 2027. Im Geschäftsfeld Wärme/Kälte wird der regionale Ausbau weiter vorangetrieben.
Im Bereich der öffentlichen Beleuchtung (öB) sind klare Schritte definiert: Die vollständige Inventarisierung der Anlagen, Etablierung der internen und externen Prozesse, in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Damit legt die EnBAG die Grundlage, um die öB ab 2026 effizient weiterzuentwickeln und gemeinsam mit den Gemeinden spürbare Verbesserungen in der Dienstleistungsqualität zu erzielen.
Beat Britsch
Verwaltungsratspräsident
Beat Britsch
Verwaltungsratspräsident
«Strategie bedeutet für mich, Verantwortung zu übernehmen - damit die EnBAG auch in Zukunft eine verlässliche Partnerin für die Region bleibt.»
Stabilität geben, Richtung halten
Als Verwaltungsratspräsident führt Beat Britsch die EnBAG durch eine Zeit tiefgreifender Veränderungen in der Energiewelt. 2025 stand im Zeichen der strategischen Schärfung: Die neue Strategie 2025–2029 wurde verabschiedet und im Unternehmen verankert. Ein besonderer Moment war das 125-Jahr-Jubiläum, das die EnBAG gemeinsam mit der Bevölkerung feierte. Der Tag der offenen Tür zeigte eindrücklich, wie viel Erfahrung, regionale Verbundenheit und Pioniergeist das Unternehmen prägen, und würdigte die Menschen, die die Energiezukunft des Oberwallis gestalten.
Parallel dazu wurde das Projekt «EWBN-/EnBAG-Struktur» vorangetrieben. Im Zentrum stehen Fragen zur künftigen Rolle der Gemeinden Brig-Glis und Naters als mögliche Ankeraktionäre der EWBN, zur Zusammenarbeit mit der KW Stockalper AG, zur Organisation von Wärme-/Kälteprojekten sowie zur Beteiligung an den hochalpinen Photovoltaikvorhaben Rosswald-Solar und Belalp-Solar. Ebenso wird geprüft, wie strukturelle Entwicklungen wie Gemeindefusionen oder Konsolidierungen in Governance, Statuten und Verwaltungsrat abgebildet werden sollen.
In diesem anspruchsvollen Umfeld sorgt Beat Britsch für Stabilität und Orientierung. Er steht für eine Führungskultur, die Entscheidungen sorgfältig abwägt, langfristige Verantwortung übernimmt und regionale Bedürfnisse mit Investitionen und Risiken in Einklang bringt.
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© Jan Brantschen










